Darmkrebsmonat März: Patientin aus der Region erhält neue Perspektive

Gastbeitrag von Cornelia Grimm

Eine vermeintlich harmlose Beschwerde wird zur lebensverändernden Diagnose: Darmkrebs mit Lebermetastasen. Die Geschichte einer Patientin zeigt, warum Vorsorge entscheidend ist – und welche Chancen moderne Medizin heute bietet.

Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen führten bei Patientin Cornelia Ledermann aus Helba bei Meiningen im Juni 2025 zunächst zu einer Abklärung ohne konkreten Verdacht.

Der Befund brachte dann Gewissheit: rechtsseitiger Dickdarmkrebs – zu diesem Zeitpunkt bereits mit ausgedehnten Metastasen in der Leber – eine lebensbedrohliche Diagnose mit wenig Hoffnung auf Heilung.

Für die Patientin, Mutter von zwei Kindern und Großmutter, war die Diagnose ein Einschnitt. „Natürlich macht man sich Sorgen“, sagt sie rückblickend.

Im Helios Klinikum Meiningen entschied sich das interdisziplinäre Behandlungsteam jedoch für einen anderen Weg – und setzte auf moderne, hochspezialisierte Therapieansätze. Gerade im Darmkrebsmonat März wird damit deutlich: Früherkennung kann Leben retten, und selbst komplexe Krankheitsverläufe bieten heute neue Chancen.

Zum Diagnosezeitpunkt war eine sofortige Operation der Leber nicht möglich, da der verbleibende Leberrest zu klein gewesen wäre. Das Behandlungsteam um PD Dr. Frank Brennfleck, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie entschied sich deshalb für ein mehrstufiges Vorgehen.

In einem ersten Eingriff wurde der Tumor im Dickdarm mit Unterstützung des Da Vinci Operationsroboters entfernt. Gleichzeitig unterbrachen die Chirurgen gezielt einen Teil der Blutversorgung der rechten Leberseite. Dadurch sollte das Wachstum der linken Leber angeregt werden, um eine spätere Operation zu ermöglichen.

Im Anschluss erhielt die Patientin über sechs Monate eine Chemotherapie. Ziel war es, das Wachstum der Metastasen zu kontrollieren und die Zeit bis zur nächsten Operation zu überbrücken.

Die Verlaufskontrollen zeigten schließlich, dass sich die linke Leber deutlich vergrößert hatte und die Metastasen kleiner geworden waren. Damit konnte der nächste Schritt erfolgen: die Entfernung von rund zwei Dritteln der Leber. Der Eingriff im März 2026 wurde vollständig mit dem Da Vinci System durchgeführt. Im Ergebnis gilt sie nun als krebsfrei.

Meiningen, 191017 , Helios Klinikum Meiningen , Shooting Fachbereiche Foto: Bild13/Helios Kliniken

Für die Patientin verlief die Erholung recht schnell: „Zwei Tage nach der Operation ging es mir schon wieder gut“, berichtet sie. Besonders hebt sie die Betreuung hervor und auch menschlich habe sie sich unterstützt gefühlt: „Es wurde auch mal ein Spaß gemacht, das motiviert und macht Mut“, sagt sie über ihr behandelndes Team.

Der Fall zeigt, wie wichtig die Bewertung in einer Tumorkonferenz ist. Im Klinikum werden Patientinnen und Patienten mit Lebermetastasen gemeinsam von verschiedenen Fachrichtungen besprochen. Dabei wird individuell geprüft, ob und unter welchen Voraussetzungen eine operative Behandlung möglich ist.

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen – entwickelt sich jedoch oft über lange Zeit ohne eindeutige Symptome. Vorsorgeuntersuchungen können Veränderungen früh erkennen.

Das Helios Klinikum Meiningen empfiehlt daher, angebotene Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen und Beschwerden frühzeitig ärztlich abklären zu lassen.

Die Geschichte von Cornelia Ledermann zeigt, wie entscheidend der Zeitpunkt der Diagnose ist – und welche Behandlungsschritte heute selbst bei fortgeschrittenen Erkrankungen möglich sein können.